Turnierbericht Hamburg: Florian Marx

Hallo zusammen!

Da das hier mein erster Turnierbericht ist will ich mich kurz vorstellen:

Mein Name ist Florian Marx, ich bin dieses Jahr 30 geworden und arbeite als Programmierer in Göppingen. Magic spiele ich jetzt bereits seit über 10 Jahren, angefangen mit Vintage hab ich recht schnell herausgefunden, dass Legacy „mein“ Format ist. Wie man das bei Legacy so macht habe ich, mal abgesehen von Belcher, schnell meine Liebe für Brainstorm entdeckt und spiele seither Delvervarianten, hatte einen sehr erfolgreichen Lauf mit Miracles und gönne mir momentan die Unterstützung von Jace, the Mind Sculptor, Leovold, Emissary of Trest, Baleful Strix und Snapcaster Mage im Czech Pile.

Während der Kern des Haufens eigentlich recht fest ist hat man, im Vergleich zu anderen Legacydecks, eigentlich einen relativ großen Flexanteil im Deck: Removal, Kreaturen und Counterspells können wie gewünscht angepasst werden. Der allgemeine Konsenz scheint zu sein, dass man das Deck nun mit Thoughtseize und Hymn to Tourach (mindestens zwei) spielt, um dann, je nach Sideboard, auf vier Hymnen hochzurüsten. Während das durchaus eine starke Strategie ist, konnte ich mich mit Discard in Hardcontrol Decks eigentlich nie anfreunden. Klar, die Hymne ist stark wenn man sie Zug zwei und drei ballert, ist aber ziemlich scheiße wenn man sie von oben zieht während der Gegner einen mit einer leeren Hand anschaut. Anfänglich hatte ich in diesen Slots dann Spell Pierce, die hatten nur leider das gleiche Problem – und waren in ihrem Effekt nicht annähernd so stark wie Hymnen. Was also tun? Nach recht vielen MTGO Sessions bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich zum einen keine Karten haben möchte die schlechte Topdecks darstellen. Zum anderen wollte ich „Mirrorbreaker“ – sprich Karten mit denen man im Mirror (o.ä. Konstrukten) einen Vorteil erwirtschaften konnte und mit denen meine Gegner außerdem nicht unbedingt rechneten.  Nach ein paar weiteren MTGO Sessions kam ich schließlich, ca. 4 Wochen vor Hamburg, an folgender Liste an:

Rick Sanczech

Lands (20)
Badlands
Bayou
Island
Misty Rainforest
Polluted Delta
Swamp
Tropical Island
Underground Sea
Verdant Catacombs
Volcanic Island

Creatures (14)
Baleful Strix
Deathrite Shaman
Leovold, Emissary of Trest
Snapcaster Mage
Tasigur, the Golden Fang
Vendilion Clique

Planeswalker (2)
Jace, the Mind Sculptor

Instants (18)
Abrupt Decay
Brainstorm
Counterspell
Fatal Push
Force of Will
Kolaghan's Command
Lightning Bolt

Sorceries (6)
Night's Whisper
Ponder
Reanimate
Sideboard (15)
Collective Brutality
Diabolic Edict
Flusterstorm
Forked Bolt
Inquisition of Kozilek
Marsh Casualities
Pyroblast
Surgical Extraction
Sylvan Library
Umezawa's Jitte

Also nochmal MTGO angeschmissen und siehe da, die nächsten Ligen liefen mit 5-0, 5-0 und 4-1 sehr erfolgreich. Besonders Reanimate und Tasigur, the golden Fang wussten, wie geplant, zu überraschen. Ich war ziemlich begeistert und nahm die Liste mit nach Metz um dort GP Sideevents zu spielen. Acht Runden später und ich stand 6-0 mit zwei IDs um gemütlich drei Displays mit nach Hause zu nehmen.

Spulen wir also, immerhin war ich zu dem Zeitpunkt sehr zufrieden mit mir, vor auf den Freitag der MKM-Series. Mein äußerst mächtiger Plan, den Donnerstag übermüdet durchzustehen um früh schlafen zu gehen und dann auch wieder früh aufstehen zu können schlägt kolossal fehl als ich um halb drei aufwache und nicht mehr einschlafen kann. Gut, so früh morgens schlägt man natürlich am liebsten Zeit tot – und der Wecker klingelt ja auch um vier. Also fertig gemacht und gegen fünf meine Mitfahrer abgeholt. Max hatte es irgendwie geschafft sechs Stunden zu schlafen, George fand, es wäre noch eine gute Idee, bis zwei Uhr Karten zu sortieren. Dementsprechend zerknirscht sah er auch aus. Die Fahrt nach Hamburg verlief bis auf zehn Minuten Stau ohne weitere Probleme, George schlief, oder versuchte es, während Max und ich uns alle Mühe gaben so viele Songs wie möglich mitzusingen.

Um halb zwei waren wir am Hotel, konnten uns aber nicht so ganz einigen was wir essen wollen – also erstmal los zur Site. Nach Parkplatzsuche – wir haben dann in einer Art Kuhle geparkt, besser kann man das wohl nicht nennen – betreten wir um zehn nach zwei die Halle und werden direkt wieder rausgeschmissen. Es müsse erst noch aufgebaut werden. Also weiter warten. George nutzt die Zeit um sich einen riesen Dönerteller reinzuziehen, Max und ich schauen nach Bekannten. Nach knapp zwei Stunden Wartezeit startet dann auch der erste Legacy Trial des Wochenendes.

R1: Christoph mit Death and Taxes

Ja, das gute DnT. Es gibt in der Tat nur einen Weg für das Deck gegen den Haufen zu gewinnen: Vial, Schwert auf den Schamanen und dann das maximale an Manadenial. Wenn das nicht passiert baut der Haufenspieler nervige Blocker – die Karten ziehen – und fängt irgendwann an Commands zu chainen. Das passiert auch hier, Spiel eins kann ich nach zwei Commands, die jeweils zwei Kreaturen bei ihm abrüsten, für mich entscheiden, Spiel zwei benötigt es erst den 1:4 Tausch mit einer gekickten Marsh Casualties um das Match zu meinen Gunsten beenden.

R2: Conrado mit Esper Delver

On the play nehme ich ein Mulligan und scrye einen Brainstorm nach oben. Conrado beginnt mit einem Delver. Ich brainstorme, finde Länder, sage aber go ohne eins zu legen. Durch diesen Fehler bin ich das ganze Spiel über einen Zug hinten und muss schließlich zusammenschieben. Das zweite Spiel ist sehr ausgeglichen, ich kann das Feld ziemlich unter Kontrolle halten, nehme aber einen Haufen Schaden und sehe mich schließlich auf acht Leben einem Fisch (Gurmag Angler) und vier Lingering Souls Token gegenüber. Ich habe einen Snapcaster und auch einen Schamanen, der Fisch ist also nicht so wichtig. Die Seelen sind allerdings ein Problem. Ich spiele Jace um mehr Karten zu sehen und halte mir einen Pyroblast offen. Das Problem ist nun, dass ich einen Fatal Push finde, aber nicht Push + DRS Aktivierung spielen kann. Er hat Zealous Persecution und schlägt mich genau tot. War ziemlich bitter, im Nachhinein würde ich meine Entscheidung aber nicht ändern.

R3: Holger mit BRUG Delver

Holger ist einer dieser fiesen Spieler die Stifle und Wastelands spielen, meine Manabase muss also in den ersten paar Turns sehr leiden. Er findet allerdings, nachdem ich seinen ersten Delver abgeräumt habe, keinen Druck mehr und ich habe so genug Zeit um mich aus dem Manascrew herauszuziehen. In unserer zweiten Partie ist er mit einem Underground Sea und einem Wasteland komplett colorscrewed und fängt erst wirklich an Sprüche zu wirken als ich schon viel zu weit vorne bin. Den Rückstand kann er, mit einer so reaktiven Delverliste wie seiner, einfach nichtmehr aufholen.

R4: Tilmann mit Grixis Control

Was braucht man wenn man drei Stunden geschlafen hat und eh schon komplett müde ist? Richtig, das Controlmirror. Tilmann und ich liefern uns eine Materialschlacht vom feinsten, die ich schließlich für mich entscheiden kann als ich einen Jace resolven und beschützen kann. Frisch angefangen fetche ich im darauffolgenden Spiel auf zwei Duals um meine Sylvan Library zu legen. Erst als er am Ende des Zuges auf zwei Basics fetcht dämmert es mir, dass ich mich wohl ziemlich in die Scheiße geritten habe. Glücklicherweise hat er den Blood Moon nicht und so fängt der Kartenverschleiß auf beiden Seiten wieder an. Er hält gut mit meiner Library mit, hauptsächlich dank Kolaghan’s Command und Young Pyromancer, muss sich aber schlussendlich der stetigen Kartenqualität meiner Bibliothek geschlagen geben.

R5: Christian mit Elfen

Ein Matchup das sehr viel unterwegs war und das ich wirklich nicht sehen wollte. Es ist zwar durchaus gewinnbar, aber man braucht eine gute Portion Glück und die richtigen Draws, um tatsächlich was gegen die kleinen grünen Männer tun zu können. So kommt es, dass ich im ersten Spiel ein Glimpse of Nature countere und er, bis auf Länder, nicht mehr viel aufs Feld bringt. Dank seines Manaüberschusses kann ich Removal bunkern, das dann auf die ab und an auftauchenden Elfen geschossen wird. Nachdem er geschoben und eine frische sieben gezogen hat sieht es nicht mehr ganz so gut für mich aus, er legt jede Menge Viehzeug auf den Tisch und kann mich schließlich mit einer Nissa, Vital Force ziemlich schnell dazu überreden, ein drittes mal von vorn anzufangen. Diesmal soll es besser für mich laufen, ich ziehe genau die richtige Menge an Removal, gepaart mit Leovold und Tasigur, gegen die seine, doch eher nicht so muskelbetonten, Elfen nichts tun können.

R6: Sebastien mit RG Cloudpost

Hier gibt es nichts zu sehen. Im ersten Spiel kann ich ihn auf eins bringen bevor ein Ugin, the Spirit Dragon mein Feld und danach mich abräumt und auch nach dem Neustart in Spiel zwei legt er fröhlich Cloudposts und Fettsäcke, ohne dass ich etwas dagegen machen kann. Ein wirklich, wirklich schlechtes Matchup.

R7: Bastian mit Sneak and Show

Mit 4-2 stehe ich nicht allzu schlecht da, die Hoffnungen sind also groß und werden recht schnell zerstört als Bastian anfängt Inseln und Berge aufs Feld zu legen. Meine Hand hat zwar eine Force, die reicht aber nicht um seine Sneak Attack aufzuhalten. Griselbrand und Emrakul, the Aeons Torn kommen vorbei und überzeugen mich davon wie schön es doch wäre ins nächste Spiel zu gehen. Das startet viel besser für mich, ich habe zwar keinen Druck auf der Hand, dafür aber angenehm viel Disruption. Die countern sein erstes Show and Tell wie auch seine erste Sneak Attack. Dann passiert irgendwie nichts mehr. Ich lege einen Schamanen.. er einen Simian Spirit Guide. Jeder verliert zwei Lebenspunkte pro Zug, aber ansonsten passiert nicht mehr viel, da mein Schamane früher aktiv war gewinne ich zu unserer beider Verwunderung ein sehr seltsames Spiel. Das dritte wird dann aber auch nicht besser für ihn. Ich kann wieder das erste Show and Tell countern und danach brickt er hart. Seine Blood Moons kommen viel zu spät – aber dafür immerhin im Paar – und der Spirit Guide wird auch recht schnell zum Blocker degradiert. Snapcaster und Schamanen entscheiden das Spiel für mich.

Wort zum Freitag: Somit stehe ich 5-2 und werde 10., quasi die letzte Platzierung die sich noch ein Bye für das Mainevent gönnen darf. Zusätzlich dazu gibt es einen GP Promo Stoneforge Mystic. Ich sammle Max und George ein und zusammen geht es zu Ronald – mittlerweile ist es halb ein und da ansonsten alles geschlossen hat freuen wir uns über einen Burger, Pommes und eine Sprite. Im Hotel angekommen will ich eigentlich nur noch tot umfallen, der zweite Legacy Trial ist um zwei Uhr nachmittags, also genug Zeit um ordentlich auszuschlafen. Denkste, George will Modern spielen, daher muss ich wohl oder übel um halb neun raus um ihn zur Site zu fahren (und das für Modern, also wirklich). Glücklicherweise wäre das mit dem Ausschlafen eh nichts geworden, da mir als Prinzessin (= leichter Schlaf, lange Einschlafzeit) keine Chance eingeräumt wird. George ist nach fünf Minuten dösen im vollen Sägewerk Modus, Max ist immerhin dezent genug bis vier Uhr morgens zu warten bis er zu schnarchen anfängt. Um sechs Uhr entschließe ich dann, da ich sowieso keinen Schlaf finde, frühstücken zu gehen bis ich George zum Modern fahren muss. Im Zombiemodus gönne ich mir dann immerhin ein gutes Frühstück sowie ein Einzelzimmer für die folgenden Nächte – hier ein Lob ans Hotel, war wirklich klasse dort. Wie versprochen hab ich unseren Schnarcher dann beim Modernturnier abgeliefert um dann selbst nochmal vier Stunden schlafen zu gehen, also ging es dann halbwegs ausgeruht zum zweiten Legacy Trial, der auch wieder mit Verspätung anfangen sollte.

R1: Kevin mit Miracles

Ein ziemlich gutes Matchup, Spiel eins kann ich ihn schön mit Leovold und schließlich Jace ausgrinden während er in der darauffolgenden Partie das gleiche mit mir macht. Im Entscheider entschließt er sich nur noch Länder zu ziehen. Ich teste mit einer Vendilion Clique an, sehe keine Gegenwehr und lege Jace. Der daraus entstehende Kartenvorteil ist zu viel, als dass er nochmal zurückkommen könnte.

R2: Christian mit Esper Delver Homebrew

Ja… das waren Spiele. Im ersten werde ich dreimal gewasted und ein Delver macht Hackfleisch aus mir. Die beiden anderen Partien kann ich, trotz je vier (!!) Wastelands für mich entscheiden, da ihm der Druck fehlt um seine wastes richtig auszunutzen.

R3: Sebastien with RG Cloudpost

Da freue ich mich direkt – und er ist auch ziemlich siegessicher. Verständlich, wäre ich auch gewesen. Allerdings soll alles anders kommen, er findet in keinem unserer beiden Spiele einen Cloudpost und muss daher Crop Rotations nutzen um an das Land zu kommen. Leider – für ihn – habe ich jedes Mal einen Counterspell. So gewinne ich dieses Match einfach aus dem Grund weil sein Deck nicht mitspielen möchte.

R4: Tilmann mit Grixis Control

Der schon wieder. Ich stelle mich auf lange Spiele ein und soll zumindest beim ersten Recht behalten. Aggressiv force ich seine Pyromancer und schaffe es schließlich einen Jace aufs Feld zu bringen. Dessen brainstorms nutzen mir allerdings wenig, da er kein ordentliches Removal für den Fisch auf der Gegnerseite findet. Als ich ihn schließlich bouncen muss weil ich keine Chumpblocker mehr habe ist Jace in Boltrange. Tilmann pondert, findet den Bolt und der Fisch macht schnell Kleinholz aus mir. Das zweite Spiel geht schneller, diesmal kann Tilmann den Blood Moon schnell resolven. Ich habe zwar Sylvan Library und meinen Sumpf, werde aber trotzdem zu stark behindert und muss mich geschlagen geben. Immerhin gegen den Gewinner des Events verloren, das kann man ja schon mal machen.

R5: Patrick mit Esper Deathblade

Patrick spielt das Ganze routiniert und sehr sicher, wartet geduldig ab bis sich eine Gelegenheit bietet, erhält zwei und spielt jeweils einen TNN (True-Name Nemesis). Wer meine Liste kennt wird feststellen, dass ich vor dem boarden wenig dagegen tun kann. Danach sieht es allerdings sehr gut für mich aus, sein Meervolk kann ich gut handlen und auf Kolaghans Befehl hin sterben ein SFM sowie sein Batterskull. Also auf in den Entscheider. Dort beginnen meine Reanimate Shenanigans als ich seinen Stoneforge Mystic abschieße und schließlich wiederbelebe um mir die Jitte aus meinem Deck zu suchen. Das gibt mir genug Zeit um mit Leovold und Jace den Sack komplett zuzumachen.

R6: Quirin mit Affinity

Ich setze mich hin und erzähle ihm, dass ich nur noch für Preise spiele, da ich schon ein Bye habe. Er versteht mich nicht so ganz und meint, wir würden ja beide Preise bekommen. Ist dann wohl nicht anders. Doppel Plating nimmt mich ziemlich hart ran und ich versuche mein Glück im zweiten Spiel mit Leovold und meinem eigenen Equipment. Das reicht dann schließlich auch um es noch ein letztes Mal zu versuchen. Irgendwie legt er nur 0/x Würste während ich mich durch mein Deck ziehe. Dadurch hab ich dann auch für alle Kreaturen die tatsächlich einen Wert bei Power stehen haben irgend eine Art von Removal.

Wort zum Samstag: 5-1, damit bin ich dritter, bekomme noch ein Bye und ein Revised Plateau. Zusammen mit Max und George sowie meinen Freunden aus Trier, Sorci, Tom und Daniela gönnen wir uns dann ein leckeres Essen beim Griechen, der uns schon vor der Essensbestellung mit einem Tablett Ouzo begrüßt. Zum Essen selbst gesellt sich dann noch eine halb Liter Karaffe Ouzo („Kleiner Gruß aus der Küche“) sowie warmes Zimtgebäck mit Vanilleeis, auch aufs Haus. Für die je fünfzehn Euro die wir da auf der Rechnung hatten hab ich glaube ich noch nie so viel Service bekommen. Im Hotel setzen wir drei uns dann noch an die Bar, trinken Bier und reden mit der Kellnerin, die mit norddeutschem Akzent ordentlich Sprüche am Klopfen ist. Schlussendlich falle ich gegen halb eins ins Bett und darf diesmal auch tatsächlich schlafen. Eine angenehme Nacht, ein ordentliches Frühstück, da ist man doch bereit für das Mainevent, welches sogar verfrüht mit den Seatings anfängt. Glücklicherweise kommen wir quasi genau pünktlich und dürfen uns dementsprechend direkt hinsetzen.

R1: Bye

Ha! Da gönne ich mir. Sitze eigentlich nur rum, rede dummes Zeug und freue mich des Lebens. Das Übliche eben. Da mein liebster Magicartist, rk post, an der Site ist nutze ich die Zeit noch um etwas rumzunerden, Smalltalk zu machen und – natürlich – eine Spielmatte mit Sketch zu kaufen. Irgendwie muss ich immer Geld ausgeben wenn der Kerl auf Turnieren auftaucht…

R2: Markus mit BUG Control

Spiel eins schenke ich weg weil ich eine gierige Hand halte und erst viel zu spät anfange in das Spiel reinzukommen. Zu dem Zeitpunkt hat er aber schon einen True-Name liegen der das Spiel für ihn nach Hause bringt. Ich beschließe also meine Konzentration wieder ordentlich hochzufahren und gleiche nach einer langen Materialschlacht aus. Hauptsächlich war hier die Sylvan Library beteiligt, gegen deren Mischung aus CA und CQ er wenig machen konnte. Im entscheidenden Spiel schaffe ich es drei Hierarchen und einen TNN mit Marsh Casualities abzurüsten, er bedankt sich aber indem er zwei DRS und zwei Strixe seinerseits mit einer gekickten Casualities in den Friedhof schickt. Als mein Snapcaster wieder -1/-1 auf alle seine Kreaturen zaubert und damit einen zweiten TNN tötet sieht es wieder gut für mich aus, Leovold von oben macht den Sack dann zu. Ich töte ihn mit einem Lightning Bolt in Response auf sein Thoughtseize während er auf fünf Leben ist.

R3: Jens mit Elfen

Schon wieder Elfen. Er legt mir ein paar Viecher vor die Nase, kann aber nicht wirklich viel damit anfangen. Als ich seine letzte Handkarte mittels Command abwerfen lassen will bounced er einen Elfen um sie zu beschützen. Oh oh. Stellt sich raus, dass es eine Nissa war, die mich ziemlich schnell verhackstückelt. Die nächste Partie kann ich für mich entscheiden, da ich einfach zu viel Removal hatte und er nie anständig aufs Board kam. Im dritten Spiel habe ich die Wahl mit DRS zu beginnen oder seinen Dryad Arbor abzuschießen. Ich mache ersteres und werde in seinem Zug getötet.

R4: Joan mit Aggro Loam

Joan macht seinem Deck alle Ehre und ist böse meine Manabase am zerstören, bevor er dann einen Ritter (Knight of the Reliquary) legt. Blöd nur, dass ich dafür Removal und Reanimate habe. Jetzt auf meiner Seite erlaubt er es mir auf vier Mana zu rampen und Jace zu legen. Die beiden auf meiner Seite sind dann schließlich zu viel. Das soll aber noch nicht alles gewesen sein was Reanimate zu bieten hat. Nachdem er im frischen Spiel einen Dark Confidant legt wird auch der abgerüstet und betritt auf meiner Seite das Feld. Ein Schwert später habe ich mein verlorenes Leben wieder und der Confidant ist komplett außer Reichweite. Das soll mich aber nicht daran hindern auch seinen zweiten Bob zu töten und – diesmal mittels Snapcaster – auf die dunkle Seite der Macht zu ziehen. Diesmal bleibt er liegen und mit den extra Karten habe ich genug Removal um alles zu zerstören was er so hinlegt.

R5: Julius mit RUG Delver

Er fängt mit einem Nimble Mongoose an der mich jede Runde pingt. Die klassische RUG Combination aus Stifle und Daze macht es mir sehr schwer, trotzdem schaffe ich es auf sieben Leben zu stabilisieren und eine Strix zu beschützen, die seinen Mongoose im Zweifelsfall blocken darf. Ich fange an, zu viele Karten für ihn zu ziehen und bin in einem Bereich indem seine Softcounter nicht mehr viel machen, daher schiebt er. Auch im nächsten zeigt er mir wie man richtig RUG spielt, immer schön alle Länder kaputtmachen und dann mit dem Goyf ins Gesicht schlagen. Irgendwie bekomme ich das dicke Ding nicht entfernt und sechs Schaden pro Turn sind ganz schön viel. Also auf in ein letztes Spiel. Es geht wieder hin und her, ein Reanimate klaut seinen Tarmogoyf, als die Turns ausgerufen werden sind wir bei folgendem Boardstate: Er ist auf 12, kontrolliert Tarmogoyf und einen Delver, ist ausgetappt und hat ein Spell Pierce in der Hand. Ich bin auf sechs, habe auch einen Goyf und einen Snapcaster in der Hand. Es ist der zweite Extrazug. Ich könnte hier auf Draw spielen und einfach Snapcaster mit Abrupt Decay auf seinen Delver casten. Stattdessen nutze ich meinen Schnellzauberer mit Reanimate auf seinen Kollegen und dieser nimmt das Decay um seinen Goyf abzurüsten. Er geht auf sieben, zieht keinen Bolt und muss daher mit dem Delver zu Hause bleiben. Ich werde mit Removal von oben belohnt und schlage ihn im vierten Turn kaputt.

R6: Christian mit Elfen

Den kenne ich doch auch noch. Er beschließt, aus purer Nettigkeit, nur Länder zu ziehen damit mein spärliches Removal reicht um das erste Spiel für mich zu entscheiden. Seine zweiten Sieben sind aber ziemlich übel, also fängt er an – das Trauma von Runde drei kommt wieder hoch – im zweiten Zug abzugehen. Er kann mich zwar nicht töten, hat aber viel zu viel Power auf dem Tisch, als dass ich da nochmal zurückkommen könnte. Spiel drei beinhaltet mein Draw zwei DRS, drei Länder, zwei Snapcaster und gefühlte 20 Removalspells. Da ich ohne Rücksicht auf Verluste direkt alles aggressiv abrüste kommt er nie richtig ins Spiel.

R7: Jamin mit Storm

Er testet in seinem zweiten Zug an ob ich eine Force habe. Hab ich nicht, also ist sein Ad Nauseam wohl oder übel ok. Da ich mit Bayou, DRS angefangen habe gebe ich in Response zu einer Gitaxian Probe auf. Das nächste Spiel läuft nicht besser, meine zwei DRS werden von einem Ground Seal abgeschaltet und in seinem letztmöglichen Zug findet er Removal für meine Force und gibt mir eine Tendrils of Agony ins Gesicht.

R8: Jan mit Maverick

Er fängt stark an mit Bird, Qasali, Wasteland, Wasteland. Irgendwie kommt danach aber nichts mehr, deshalb kann ich mich recht schnell stabilisieren während er nur Länder zieht. Seine nächste Hand ist leider nicht besser für ihn, ich extracte sein Punishing Fire und sehe einen Haufen reaktiver Spells die ich ihm nach und nach aus der Hand ziehe. Irgendwann sind wir beide komplett am flooden, ich ziehe aber einen Brainstorm, der in noch einen Brainstorm zieht – tada, fünf Businessspells in der Hand. So eine schöne Karte. Leider hat er diesen Vorteil nicht und muss sich mit den Ländern auf seiner Hand begnügen – und schließlich schieben.

R9: Kalle mit Food Chain

Noch so ein Matchup das.. eher schlecht (beschissen) ist. Im ersten Spiel ist er manascrewed und ich fühle mich schon ganz gut das Ganze doch noch irgendwie nach Hause bringen zu können, aber meine Führung ist nicht von langer Dauer. Er kontrolliert im darauffolgenden Spiel mit einem Relic of Progenitus meinen Schamanen und seine Griffins und hat generell einfach zu viel CA, als dass ich da noch mithalten könnte. Im letzten und entscheidenden Spiel des Tages halte ich eine vertretbare, aber auch gierige Hand. Seine Food Chain wird discarded und extracted, leider hat er nicht den Schamanendraw den ich gehofft hatte, sondern legt ein Playset Baleful Strix aufs Feld. Da ich mein zweites und drittes Land viel zu spät finde bleibt mir nichts anderes übrig als ihm zu seiner Top16 Performance zu beglückwünschen.

Wort zum Sonntag: 6-3 war definitiv nicht das Ergebnis das ich mir erhofft hatte, allerdings muss man dazusagen, dass alle Matchups die ich verloren habe durchaus schlecht bis sehr schlecht sind. Von daher bin ich mit dem Ergebnis – auch über das ganze Wochenende verteilt – sehr zufrieden. Im Endeffekt ist das Deck eben doch sehr gut zu mir gewesen. Zum Abschluss des Tages gehen wir in der Konfiguration des Vortages zum Inder. War nicht schlecht, aber auch nicht ganz so mein Fall. Nach einem langen und Tränenreichen Abschied mit vielen Umarmungen von meinen Trierer Freunden (hier auf jeden Fall dramatische Musik einfügen) kehren wir wieder im Hotel ein und gehen, nach diesem langen Wochenende, alle früh schlafen. Die Heimfahrt am Montag findet nach einem ordentlichen Frühstück statt und ist ereignislos. Die Kraft zum Mitsingen fehlt an der Stelle, traurigerweise, einfach. Ich setze Max und George jeweils zu Hause ab und falle dann bei mir ins Bett, froh, wieder zu Hause zu sein. Man wird eben doch alt.

Wort zum Wochenende: Wie immer war es toll. Man findet so viele Menschen die man schon ewig nicht mehr gesehen hat, erinnert sich an alte Zeiten und wie man sich kennen gelernt hat, erzählt Geschichten die man erlebt oder gehört hat (und die eigentlich immer in Lachkrämpfen enden) und hat generell einfach eine gute Zeit.

Es gibt zu diesem Turnier leider auch Negatives zu berichten. Das wollte ich aus diesem Bericht herauslassen, da ich den Fokus auf meine Vorbereitung, die Matches und auf ein schönes Wochenende mit guten Freunden (hier Bierwerbung einfügen) legen wollte. Wer die negative Kritik lesen möchte, ich habe mich hier ausführlich ausgekotzt: https://www.facebook.com/m0rtr3d/posts/1606856662699590

In diesem Sinne, ich hoffe euch hat mein erster Bericht gefallen, man wird sich sicher auf dem einen oder anderen WADO treffen.

Florian

PS: Hier noch das Deck in seiner ganzen Pracht

Updated: 3. Oktober 2017 — 07:53

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